Mit dem Druck der Wehen während der Geburt erlebt das ungeborene Kind eine tiefensensorische Wahrnehmung. Der anhaltende Druck im Geburtskanal hat einen weichen Effekt auf die Muskeln, Faszien und Gelenke, auf das Gesicht und auf den Schädel des neugeborenen Kindes. Das bedeutet, dass ein neugeborenes Kind bereits mit sensorischer Wachheit bzw. Vigilanz zur Welt kommt. Dessen neuronale Netzwerke der Sinne sind in der Lage, sich zu verknüpfen und aufnahme- und lernfähig zu sein. Deshalb versucht das neugeborene Kind in den ersten Monaten, den verlorenen Halt im Mutterleib wiederherzustellen.
Mit angeborenen Bewegungsmustern, wie beispielsweise Strampeln, Stemmen der Fersen in die Unterlage, Stoßen mit den Füßen gegen den Körper der Bezugspersonen, Rutschen mit dem Kopf an die Bettkante oder Schlafen mit Druck auf den Schädel, Kratzen mit den Fingern auf der Unterlage, Patschen gegen die Begrenzung, Ziehen an allem, was greifbar ist und näherkommt, versucht das neugeborene Kind, die Umwelt zu spüren, sich zu bewegen, Bedürfnisse auszudrücken und durch aktives und spielerisches Lernen Erfahrungen zu sammeln. Es gibt auch Faktoren, die solche Prozesse negativ beeinflussen können, beispielsweise wenn eine Schwangerschaft durch eine Frühgeburt abgebrochen wird, dann fehlt dem neugeborenen Kind plötzlich die sensorische Wahrnehmung des Gebärmutterraums. Bestimmte festgelegte medizinische Geburtsvorläufe, z.B. Geburt ohne hormonell bedingte Interventionen wie eine Geburtseinleitung oder Kaiserschnitt können ebenfalls die Entwicklung des Krabbelns des neugeborenen Kindes erschweren.
Daraus resultiert, dass das neugeborene Kind langanhaltend schläft oder Antrieb und Neugierde zum Erforschungsdrang eingeschränkt sind. Entwicklungsverzögerten Säuglingen fallen oft aktive Krabbelbewegungen schwer. Säuglinge mit Muskelhypotonie krabbeln weniger, weil die Bauchspannung im Knie-Händestütz fehlt und der Bauch schlaff nach unten hängt, die Wirbelsäule ins Holzkreuz gerät und die Zusammenarbeit zwischen Rücken- und Bauchmuskeln beeinträchtig ist. Bei muskulärer Instabilität von Neugeborenen sinkt das Becken in der Bewegung zur Seite und der Körper gerät aus dem Gleichgewicht. Um dies zu kompensieren, versucht der Säugling, den Körper nach hinten zu verlagern und verliert so die aktive Krabbelbewegung, worauf der Säugling nicht mehr in der Lage ist, sich nach vorne zu strecken, sich fortzubewegen und fällt auf das Gesicht oder auf die Unterarme.
Integratives Krabbeln befasst sich mit den motorischen Entwicklungsschritten des Krabbelns, schult die Koordination, stärkt die Muskeln, die in Setting-Einheiten erworben werden. Denn es wird angenommen, dass krabbelnde Säuglinge variantenreichere und zahlreichere Bewegungsübergänge entwickeln. Sie wechseln zwischen Krabbeln, Sitzen und Hochziehen in den Kniestand, die von Beginn an verfeinert, variiert und trainiert werden können, um z.B. die Kontrolle des Kopfes zu fördern, die muskuläre Balance des Rumpfes zu stärken und die Rücken- und Bauchmuskulatur zu stabileren.
Integratives Krabbeln findet wöchentlich von 9:00 bis 10.00 Uhr oder von 16.00 bis 17.00 Uhr in kleinen Gruppen in mehreren Einheiten verteilt von 0 bis 18 Monaten Lebensalter. Integratives Krabbeln ist eine Privatleistung, die Kosten werden von der Krankenversicherung nicht übernommen.
Ein medizinischer Befund muss ausgeschlossen sein.
Unsere Therapie umfasst die Erkennung, Erforschung und Analyse von Ursachen, die Behandlung und Vorbeugung von Beschwerden und Leidenszuständen, an deren Verursachung psychosoziale und somatoforme Faktoren einschließlich dadurch bedingter körperlich-seelischer Wechselwirkungen maßgeblich beteiligt sind. Die Therapie ist präventiv und ergänzend ausgerichtet und ersetzt keine schulmedizinische Behandlung oder die Einnahme von Medikamenten.
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